Vicuña

Das Vicuña lebt als freies und wildes Tier in den hohen Andenregionen und gehört zur Art der wilden südamerikanischen Kamele von denen es nur noch eine weitere Art gibt (das Guanaco).

Diese anmutigen, zarten und eleganten Tiere streifen vorsichtig und wachsam durch die Anden – fast so, als wären sie immer auf der Hut.

Vicuña gilt aufgrund seiner Weichheit und hohen Qualität als exklusivste Wolle der Welt. Die Tiere produzieren nur eine geringe Menge an extrem feiner Wolle, wodurch die Tiere nur alle drei Jahre geschoren werden können. In gestrickter Form ist Vicuña sehr weich und warm.

Die Hochwertigkeit dieser Wolle datiert zurück bis in alte Zeiten, wo sie als Symbol des Wohlstands angesehen wurde und ausschließlich von den „Jungfrauen der Sonne“ versponnen werden durfte. Per Gesetz war es niemandem erlaubt, Kleidung aus Vicuña zu tragen. Dieses Privileg hatten nur diejenigen, die zum Königshaus gehörten. Vicuña war das ultimative Geschenk der Inka-Götter.

Heutzutage ist das Vicuña das Nationaltier Perus und ist gleichzeitig ein Teil des offiziellen Staatswappens.

Vicuña

von AMANO

Vicuña wird in den Andengemeinden ausschließlich von Hand gezupft und sortiert, um die edle Wolle daraus zu gewinnen. Es gibt diese nur in natürlichen Farben und Vicuña ist nun zum ersten Mal überhaupt für den Handstrickbereich erhältlich.

Das legendäre Tier mit seinem unvergleichlichen Fell wurde bis Ende des vergangenen Jahrhunderts erbarmungslos gejagt. Die Population – zu Zeiten der Inkas waren es mehr als zwei Millionen – wurde auf gerade einmal 5.000 Exemplare in den 1960er-Jahren reduziert. Aber just in dem Moment, als die Gefahr des Aussterbens unausweichlich schien und man glaubte, das Vicuña müsse auf die Liste der ausgestorbenen Tierarten gesetzt werden, begann die Welt aufzuhorchen und zu reagieren.

Die Anden-Gemeinden beschlossen, unterstützt von der Peruanischen Regierung, sofortige Maßnahmen um das Tier zu schützen, während verschiedene Organisationen zur Rettung gefährdeter Arten strenge Sanktionen gegen die Jagd auf Vicuñas erließen. Daraufhin  verbesserte sich die Situation Jahr für Jahr, und in der kalten und unwirtlichen Hochlandregion der Anden, began die Population der Vicuña langsam wieder anzusteigen. Um das Jahr 2014 gab es bereits wieder ca. 200.000 Tiere in Peru.

Mit seinen goldfarbenen Fasern passt sich das Vicuna perfekt der vorherrschenden Weidelandschaft an, wodurch es sich gut vor den Raubtieren schützen kann.

Vicuña-Wolle gilt als die feinste Faser der Welt, und wird von jedem weiblichen Tier erzeugt. Das Vicuña wird nach der alt-überlieferten Methode des „Chaccu” eingefangen und geschoren. Dabei wird keinem Tier Leid zugefügt und alle Tiere werden nach dem Schären wieder freigelassen.

In den letzten Jahrzehnten haben die Anden-Gemeinden es geschafft, mit Unterstützung der Regierung und auch privater Unternehmen, eine entsprechende Gesetzgebung für den Schutz und den Erhalt dieser unschätzbaren Tierart auf den Weg zu bringen. 90 Prozent der weltweiten Vicuña-Population befindet sich derzeit in Peru.